Anders als man zunächst annehmen würde, haben es cyberkriminelle Hacker nicht nur auf Regierungsbehörden, Banken oder Großkonzerne abgesehen – sensible Daten aus dem Gesundheitsbereich geraten mehr und mehr in den Fokus ihrer Aufmerksamkeit. Auf dem Schwarzmarkt, im Darknet werden sehr hohe Preise für sensible Patientendaten gezahlt, die die Preise von Kreditkartendaten in diesem Umfeld massiv übersteigen. Apotheken kann man in diesem Kontext als direkt Schnittstelle zum Patienten verstehen, weshalb auch diese von cyberkriminellen Übergriffen nicht verschont bleiben.

Besonders interessant sind Informationen darüber, welche Arzneimittel verschrieben wurden, welche Krankheitsbilder Patienten haben oder welche OTC-Produkte im Kundenkonto eingetragen wurden. Diese Daten werden von Kriminellen dann als Patientenprofil gebündelt an Dritte verkauft. Schlussendlich können so ganze Märkte beeinflusst werden. Auch ist es interessant zu betrachten, dass nicht nur große Online-Versandapotheken im Visier der Täter stehen. Besonders wegen ihrer Unwissenheit gelten kleinere Unternehmen als besonders lukratives Ziel für cyberkriminelle Angriffe. Zudem geht es auch nicht immer um große Beträge, sondern viel mehr um zahlreiche kleinere. Meist wird Ransomeware in die Computersysteme einer Apotheke eingeschleust. So können die Hacker die Zugriffe auf wichtige Daten verhindern und Lösegelder erpressen. Häufig handelt es sich um Forderungen zwischen 200 und 1.000€.  Vielen Apothekern wird dann erst im Nachhinein bewusst, dass sie unbedingt die Sicherheit ihrer IT-Systeme überprüfen sollten. Unter dem kritischen Blick von Experten kommt oft zum Vorschein, dass nur minimale Schutzmaßnahmen vorhanden gewesen sind.

Wichtig ist auch, dass nicht nur Führungskräfte, sondern das ganze Team über Risiken und entsprechende Schutzmaßnahmen informiert werden. Gestartet werden diese Angriffe meist über manipulierte Links und infizierte Anhänge in E-Mails. Durch einen Systemausfall kann schon innerhalb von wenigen Tagen ein Liquiditätsengpass erreicht werden, der großen Schaden für den Betrieb bedeuten kann. Apotheken können enorm von der Zusammenarbeit mit Softwareanbietern profitieren.Die EDV-Anbieter berücksichtigen die Thematik Cybersicherheit zunehmend stärker. Bei den Dienstleistern muss heutzutage generell eine hohe Sensibilität für Datenschutz und Internetsicherheit vorherrschen. Trotzdem lohnt es sich, auch einmal andere externe und vor allen Dingen spezialisierte Unternehmen auf das eigene System schauen zu lassen, um herauszufinden, ob der eigene Dienstleister und verwendete Sicherheitslösungen noch up to date sind.

Im Jahr 2017 wurden allein durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) insgesamt 800 Millionen Schadprogramme für Computersysteme identifiziert. Cybersicherheit ist ein Thema, das in keinem digital agierenden Unternehmen vernachlässigt werden sollte, spezialisierte und professionelle Dienstleister können jedem Unternehmen dabei helfen, die individuell beste Lösung zu finden und sensible Daten für unbefugten Zugriffen – und damit auch die wirtschaftliche Sicherheit des ganzen Betriebs zu schützen