Schon ohne tiefergehendes Fachwissen kann man sich vorstellen, dass cyber-kriminelle Angriffe auf Versorgungsinfrastrukturen des öffentlichen Lebens beispiellosen Schaden von internationalem Ausmaß annehmen können. Kürzlich hat ein Direktor des GCHQ öffentlich davor gewarnt: Vor allem die Öl- und Gasindustrie solle sich auf das steigende Risiko von Hacker-Angriffen aus anderen Staaten einstellen.
Mit einem komplexen Ökosystem von Rechen-, Netzwerk- und physischen Betriebsprozessen, die auf der ganzen Welt verteilt sind, verfügt die Industrie über eine große Angriffsfläche mit sehr vielen Angriffsvektoren.  Ein typisches, großes Öl- und Gasunternehmen verwendet eine halbe Million Prozessoren nur für die Simulation von Öl- und Gaslagerstätten und speichert Petabytes sensibler und wettbewerbsrelevanter Felddaten. Das Thema steht bei einem bevorstehenden Treffen in Abu Dhabi ganz oben auf der Agenda für den Austausch der Branchenführer.
Das hat auch seine Berechtigung, denn die Öl- und Gasindustrie ist mit am anfälligsten für Cyberangriffe, mit dem Potenzial, beispiellose Schäden und Unruhen in der ganzen Welt zu verursachen. Die primäre Cyberbedrohung für die Öl- und Gasinfrastruktur könnte durchaus auch von Staatsfeinden ausgehen, die Fähigkeiten entwickeln, um eine Machtprojektion für ihre eigenen langfristigen geopolitischen und politisch-militärischen Ziele zu liefern.

Wenn jetzt keine umfassenden Sicherheitskonzepte und Schutzmaßnahmen ergriffen werden, werden sich feindliche Akteure weiterhin frei und unbehelligt rund um die Öl- und Gasinfrastruktur bewegen und ein besseres Verständnis dafür entwickeln, wie sie zukünftige Angriffe nach Belieben durchführen können.