Von  Feuerwerk zu Dynamitstangen…

Die fünfte Generation der drahtlosen Breitbandtechnologie ist in Sicht. Die FCC setzt sich für ihren Rollout ein, während Internet Service Provider wie zum Beispiel T-Mobile darauf drängen, das Netzwerk in ausgewählten Städten in den Jahren 2019, 2020 und darüber hinaus verfügbar zu machen. Aber wo Unternehmen, die sich auf diese Technologie zubewegen, rasant schnelles Internet und endloses Potenzial sehen, sehen Cybersicherheitsforscher eine Brutstätte für eine neue Ära des verstärkten Cyberkriegs…

Ein Professor für Informationstechnologie vom Massachusetts Institute of Technology, erzählte verschiedenen Medien gegenüber, dass die Idee, 5G zu implementieren, definitiv ein risikobehaftetes Thema sei: 5G fördere die weitere Entwicklung und Expansion von Netzwerken im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge. All die guten und schlechten Nachrichten, die mit dieser Technologie einhergehen, würden so vergrößert werden.
Er ist besonders besorgt über das Risiko, dass Denial-of-Service-Angriffe – kurz DDoS – immer mächtiger werden. Einer der angekündigten Vorteile von 5G ist, dass damit noch mehr IoT-Geräte wie Kühlschränke oder Glühbirnen online-kompatibel werden können. Dies würde es den Benutzern ermöglichen, den Inhalt ihres Kühlschranks aus der Ferne zu überprüfen oder ihre Schlafzimmerbeleuchtung mit ihren Smartphones zu dimmen. Allerdings können diese Geräte natürlich auch für schändliche Zwecke identifiziert und missbraucht werden.

Einer der berüchtigsten DDoS-Vorfälle in der Geschichte – die sogenannte Dyn Cyberattack 2016 – wurde durch ungesicherte IoT-Geräte wie Sicherheitskameras, Drucker und Babyphone ermöglicht. Hacker-Gruppen, Anonyme und New World Hacker sollen die Kontrolle über Tausende von Elektronikgeräten übernommen haben, die noch ihre Standard-Passwörter hatten, um eine Armee von „Zombie-Geräten“, bekannt als Botnet, anzuhäufen. Auch Websites wie Twitter, SoundCloud, Spotify und Shopify waren einen Tag lang nicht zugänglich. Natürlich könnte dies wieder passieren, in einem Ausmaß, das sich viele noch nicht einmal vorstellen können. Möglicherweise werden die größten Seiten im Netz für Tage abstürzen. Oder schlimmer noch, das Internet, das ein öffentliches Versorgungsunternehmen wie Strom steuert. Die Tatsache, dass 5G die Geschwindigkeit erhöht, bedeutet, dass es noch weniger von ihnen braucht, um eine bestimmte Organisation zu überwältigen, weil man jetzt eine exponentielle Rate des Datenverkehrs erhalten kann, die auf jemanden gerichtet ist.

Abgesehen von Drohungen mit potenziellen Hacks wird dies den Rollout der 5G-Technologie wahrscheinlich nicht aufhalten können. Die 4G LTE-Infrastruktur nähert sich ihrer Kapazität, da die Verbraucher sofort mehr Daten benötigen und dieses bevorstehende Upgrade wird dies und noch mehr virtuelle Dienste und digitale Produkte ermöglichen, die wir nie für möglich gehalten hätten. Mit neuer Technologie kommt die Gefahr des Unbekannten, es ist ein Zyklus, den man schon mehrfach beobachten konnte. Die Verantwortlichen für den Schutz und die Überwachung des Systems sind viel zu unbedarft und es wird immer Cyberkriminelle geben, die sich auf genau diese Schwächen stürzen.

Wann immer es einen technologischen oder organisatorischen Wandel gibt, betreten wir eine neue Gefahrenzone. Weil wir  im Grunde genommen nicht die Erfahrung haben, um zu wissen, was wir mit neuen technischen Errungenschaften ausgelöst haben. 5G wird gute Dinge bewirken, aber es wird viele Dinge geben, über die wir nur im Laufe der Zeit lernen werden. Ohne Risiko gibt es jedoch keine Belohnung: Die Dyn Cyberattack hat damals Schaden angerichtet, aber alle Vorteile, die 4G LTE gebracht hat, sind immer noch da und wenn die unvermeidliche 5G Cyberattacke  kommt, könnte die Wiederherstellung sehr ähnlich aussehen.